Pais Sport AG | Patrik Sparr

Trekking ist das neue Schwingen

Just im Jubiläumsjahr kam die Corona-Krise – und Patrik Sparr musste sein Geschäft «Pais Sport» monatelang schliessen. Der passionierte Sportler blickt deshalb auf ein Jahr voller Höhen und Tiefen zurück. Dennoch ist er Optimist durch und durch.

Sie waren von den Schliessungen der vergangenen Wochen ebenfalls betroffen. Gleichzeitig erleben viele Sportgeschäfte einen Boom. Wie haben Sie die Zeit erlebt?

 

Ein unglaubliches Jahr liegt hinter uns. Mit Höhen und Tiefen, mit Freuden und auch Schicksalsgeschichten, welche uns alle sehr berührten. Die Pais Sport AG hatte von März 2020 bis März 2021 ganze 3.5 Monate geschlossen. Wir durften nur mit dem «Click & Collect»-Angebot oder der Werkstatt reduziert geöffnet haben. Trotzdem dürfen wir uns nicht beklagen. Denn all den lieben Gastrobetrieben mussten mit noch bedeutend einschneidenden Massnahmen zurechtkommen.

 

Fitnesscenter sind geschlossen, der Frühling naht – da bietet sich Sport im Freien an. Was ist derzeit bei den Kunden gefragt?

 

Ja, in der Tat haben wir Glück, mit den richtigen Erlebnisbereichen präsent zu sein. Einerseits ist der Laufsport seit Jahren ein wichtiges Segment bei uns im Pais, erfreut sich grosser Beliebtheit. Wir haben deshalb eine Plattform aufgeschaltet, um sich fix einen Beratungstermin reservieren zu können. Das Trekking ist ebenfalls sehr stark gefragt. Erfreulich ist, dass viele junge Personen den Reiz der Natur erleben möchten und sich ausrüsten lassen. Das Bike/Rennrad/E-Bike ist eine sehr schöne Geschichte. Vor acht Jahren haben mich viele Sporthändler erstaunt gefragt, als sie erfuhren, dass wir darauf setzen: «Ist das Dein Ernst?» Wie es uns mit diesem Segment ergeht, haben die Medien vermehrt beschrieben. Zum Glück hatte ich vor acht Jahren den Mut! Unterdessen sind wir bei Pais Sport sehr stolz, mit den besten drei Marken zusammen arbeiten zu dürfen.

OFFA - Pais Sport AG
Patrik Sparr

Was hingegen ist seit der Pandemie eher in den Hintergrund gerückt?

 

Die ganzen Team-Sport Umsätze, wie zum Beispiel Fussball, Handball oder Schwingen. Dieser Umsatz ist massiv kleiner als in den Vorjahren. Hoffen wir, dass bald auch hier etwas Normalität aufkommt und die Vereine ihre wichtige Arbeit wieder aufnehmen können.

 

Ihr Jubiläumsjahr fiel ebenfalls in das Corona-Jahr. Welchen Herausforderungen haben Sie sich stellen müssen?

 

Herausforderungen liebe ich und genau sie machen unseren Alltag so richtig spannend.

 

Was aber schwierig war, sind die Massnahmen, welche für mich nicht logisch waren. Ein Blumengeschäft darf öffnen, aber ein Sportgeschäft mit einer grossen Fläche pro Kunde musste geschlossen bleiben. Wäre denn nicht eine gut beratende Sportausrüstung wichtig, um in dieser Corona Zeit das Immunsystem und auch das geistliche Wohlbefinden zu stärken?

 

Wie denken Sie darüber?

 

Mehrmals sagte ich zu meiner Frau: «Zum Glück muss der Bundesrat diese Entscheidungen fällen und nicht wir.» Zu hart oder zu sanft seien die Massnahmen – richtig fanden es die wenigsten Personen, mit denen ich gesprochen habe. Ich bin mir sicher, auch unsere Branche würde sich einiges anders wünschen. Zumindest für die geschlossene Zeit wäre eine faire Umsatzentschädigung mehr als angebracht.

 

Nun dürfen Sie wieder geöffnet haben. Wie blicken Sie nach vorne?

 

Das Team ist noch näher zusammengerückt und hoch motiviert, ihr Fachwissen beim Kunde ausleben zu können. Unsere Kundschaft ist unglaublich loyal. Ich kann mich nur immer wieder herzlichst bedanken. Wir durften einen Rückhalt erleben, welcher ich nicht für möglich gehalten hätte. Ein grosses «vergöllts Gott». Bei den Lieferanten haben wir so richtig gespürt, dass sich die langjährige Lieferantentreue auszahlt und wir gemeinsame Lösungen in der Beschaffung erarbeiten können. Die Pais Sport AG geht gestärkt aus diesem Corona-Jahr und glaubt an eine anspruchsvolle, aber auch sehr interessante Zukunft. Ich wünsche uns Gesundheit, viele sportliche Kilometer und dass wir den goldigen Humor nicht verlieren.

 

Das Interview führte Manuela Bruhin, Redaktorin von «Die Ostschweiz».