Thermofonte AG

Wissen, wie mit der Krise umzugehen

Die Thermofonte AG in Flawil ist an über 400 Fach- und Publikumsmessen in der Schweiz, in Österreich und Deutschland vertreten. Doch Corona machte dem Familienunternehmen einen Strich durch die Rechnung. Wie man nun die Einsatzbussen auffängt, verrät Unternehmensleiter Fabian Egger im Interview.

Vom Gemüseschneider bis hin zum Sprudelbad vertreten Sie viele Produkte im Fitness-, Wellness-, Massage- und Beautybereich. Kam eine Spezialisierung auf ein Segment nie in Frage? Oder ist es im umgekehrten Fall genau das, was den Erfolg ausmacht – die Vielfältigkeit?

 

Über die vielen Tätigkeitsjahre der Thermofonte AG haben sich einige Synergien und Kooperationen ergeben, die zur Produktevielfalt geführt haben. Die Thermofonte AG ist bestrebt, Produkte langjährig zu vertreiben. Jedoch geben die Innovationen den Takt im Markt vor – und es wurde zu unserer Stärke, eine Innovation oder Erfindung schnell auf den Markt zu bringen und an Messen präsentieren zu können. Die Segmente «Fitness & Wellness», «Massage», «Beauty» und «Haus & Garten» decken wir mit saisonalen Trends, aber auch langjährigen und erfolgreichen Produkten ab.

 

Welches davon ist das gefragteste Segment?

 

Es hat sich gezeigt, dass die letzten Jahre die Segmente «Fitness & Wellness» und «Haus & Garten» einen grösseren Aufschwung erlebt haben. Investiert wird in den vergangenen Jahren vermehrt in sich selbst, in das eigene Wohlbefinden und die Gesundheit.

 

Das Unternehmen ist seit 40 Jahren aktiv. Vor rund fünf Jahren kam mit dem Neubau auch die Übergabe an die nächste Generation. Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit innerhalb der Familie?

 

Im Unternehmen und mit der Einführung der nächsten Generation war wichtig, dass die Kompetenzbereiche und Verantwortungen entsprechend der Fähigkeiten übernommen werden. Das schönste ist sicherlich, dass wir auf Erfahrungswerte und Erfolg zurückgreifen und junges, innovatives Gespür in der aktiven Geschäftstätigkeit einbringen können.

OFFA - Thermofonte AG

Das letzte Jahr war für viele Unternehmen nicht einfach. Wie hat sich die Corona-Krise auf Ihr Geschäft ausgewirkt?

 

Die Pandemie hat uns extrem stark getroffen. Wir generieren über 85 Prozent unseres Umsatzes an Messen und Events. Als Unternehmen mit kurzen Entscheidungswegen ist es der Thermofonte AG gelungen, die Krise auch zu nutzen. So haben wir innert kürzester Zeit einen neuen «Kids Concept Store» ins Leben gerufen – «hilla & kiki». Dort bieten wir nachhaltig hergestellte Kinderkleider und -accessoires sowie pädagogisch wertvolle Spielsachen, Dekorationen fürs Kinderzimmer oder Utensilien rund um den Bereich Essen und Trinken an.

 

Sie sind eigentlich auf vielen Messen unterwegs. Was denken Sie, wann es weitergehen wird? Oder werden Sie künftig vermehrt auf den Online-Bereich setzen?

 

In den Jahren vor der Pandemie haben wir zwischen 400 und 450 Messen und Events in der Schweiz, Deutschland, Österreich und Italien besucht. Es wird seine Zeit dauern, bis wir an diesem Punkt anknüpfen können. Dank der kompetenten Messeleitungen sind wir für die Zukunft der Messen sehr positiv eingestellt. Unser Unternehmen neu zu positionieren, ist nicht so schnell möglich, da wir teils nur über ein exklusives Messevertriebsrecht unserer Produkte verfügen. Unter Unternehmergeist lässt sich aber nicht so schnell unterkriegen.

OFFA - Thermofonte AG
Die Unternehmensleitung (von links): Hans Holzmann, Lorena Egger, Romina Holzmann, Joelle Blatter, Patrizia Holzmann, Fabian Egger.

Das Interview führte Manuela Bruhin, Redaktorin von «Die Ostschweiz».